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Achtung Virus

Mit dem Internet-Wurm Beagle.H (oder Bagle.H) hat sich erstmals stark ein Wurm in versendeten ZIP-Dateien verbreitet, die mit einem Kennwort verschlüsselt sind. Dabei erzeugt der Wurm selbstständig immer wechselnde Kennwörter. Der Benutzer erhält eine E-Mail-Nachricht, die ihn zum Entpacken und Ausführen der angehängten ZIP-Datei auffordert. Hierfür ist das Kennwort im Nachrichtentext angegeben. Solche E-Mail-Anhänge können Viren-Schutzprogramme, die auf den E-Mail-Gateways der Provider oder auf den E-Mail-Servern in Unternehmen installiert sind, nicht durchsuchen. Nur noch das letzte Glied in der Viren-Schutzkette, nämlich das Viren-Schutzprogramm auf dem Arbeitsplatz-Computer kann den Wurm erkennen. Dies geschieht aber erst dann, wenn der Benutzer die ZIP-Datei mit dem Kennwort entpackt. Weil zuletzt in Netzwerken zunehmend mehr Wert auf zentrale Virenschutzlösungen als auf lokalen Schutz bei den Clients gelegt wurde, ist die Gefahr der Virenverbreitung beträchtlich. Sämtliche Computer – insbesondere die Arbeitsplatz-Computer – benötigen einen aktuellen Virenschutz.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn (www.bsi.bund.de), empfiehlt: Alle E-Mails (unabhängig vom vermeintlichen Absender), die mit Kennwort verschlüsselte ZIP-Dateien enthalten und deren Kennwort in der Nachricht angegeben ist, sofort löschen. Bei einer E-Mail auch von vermeintlich bekannten Absendern sollte der Empfänger prüfen, ob der Text der Nachricht zum Absender passt und ob die Anlage (Attachment) auch erwartet wurde.

Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 19 vom 07.05.2004, Seite [5] SUPPLEMENT: Praxis Computer


Virenplage in Arztrechnernimg

Beim Einsatz von Windows XP auf dem Praxiscomputer sind Maßnahmen zum Schutz vor Computerviren und -würmern erforderlich.
Das Betriebssystem Windows XP von Microsoft ist im Hinblick auf Computerschädlinge „löchrig“ wie ein Schweizer Käse: Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine Warnung vor einem neuen Wurm oder Virus herausgegeben wird. Inzwischen hat Microsoft zwar viele kostenfreie Patches zum Stopfen der Löcher verteilt. Anwender des Betriebssystems sollten sich dennoch überlegen, wie sie ihre Praxisrechner wirkungsvoll vor Computerschädlingen schützen können.
Die sicherste, wenn auch umständliche Empfehlung für die Arztpraxis lautet: Keine Internet-Verbindung auf dem Praxisserver oder -rechner oder einem Rechner, der damit über das Netz verbunden ist. Wer ein vernetztes System hat, verschafft mit dem Internet ungebetenen Eindringlingen potenziell einen Zugang, ohne sich davor mit hundertprozentiger Sicherheit schützen zu können. Für das Internet sollte deshalb ein vom übrigen System abgekoppelter Rechner genutzt werden. Während der Internet-Verbindung darf keine Verbindung zum übrigen Netzwerk bestehen. Auf diesem Rechner können dennoch das Betriebssystem und die Praxissoftware laufen.
Praxissysteme, deren Update bisher online eingespielt wurde, sollten seitens der Softwarehäuser auf CD-ROM-Updates umgestellt werden, wenn das nicht schon alternativ angeboten wird. Das Update selbst einzuspielen, ist etwas umständlicher, dafür aber sicherer. Das hat den Vorteil, dass der Rechner nicht unbeaufsichtigt für den Zugriff Dritter geöffnet werden kann. Einspielungen lassen sich außerdem bei Bedarf individuell anpassen.
Wird das Update ausschließlich über ein Internet-Portal geliefert, ist die Nutzung eines Einzelrechners dafür sicherer, zumal bei möglichen Infekten nicht sofort das gesamte System betroffen ist. Erst wenn die Virenfreiheit sichergestellt ist, kann vom Einzelrechner aus über eine dann zuschalt- oder steckbare Verbindung zum Praxisnetzwerk das Update auf den Praxisserver eingespielt werden. In der Regel verfügen die Praxissoftware-Updates über ein Setup, mit dem sich das Update problemlos auf weitere Rechner übertragen lässt. Die Investitionen für den Einzelrechner sind weit geringer im Vergleich zu den Kosten, die entstehen, wenn sich ein Virus oder Wurm festgesetzt hat, den man selbst nicht unschädlich machen kann.
Mit der Zahl der Schädlinge, die das Betriebssystem attackieren, ist auch die Zahl der Anbieter gewachsen, die übers Internet einen Virenschutz zur Verfügung stellen. Hersteller wie McAfee oder Symantec bieten Schutzprogramme und Firewalls an, die ständig aktualisiert und gepflegt werden müssen. Allerdings funktioniert die Aktivierung mancher Programme nur über das (unsichere) Internet. Über die Suchmaschine findet man im Internet bei Bedarf geeignete Virenschutzprogramme. Gegen mehr als 30 Würmer – darunter immer neue Varianten aus der W32-Blaster-Familie – hilft zum Beispiel die Datei „stinger.exe“ aus der Gruppe McAfee Avert Stinger (Kasten), mit der die Würmer aufgespürt und unschädlich gemacht werden können. Manchmal lassen sich Würmer auch per Hand beseitigen, allerdings ist das mühsam und kompliziert. Denn Dateien wie „index.exe“, „root32.exe“ oder „teekids.exe“, hinter denen sich Varianten des „W32.Blaster.C-Worm“ verbergen, lassen sich nicht einfach entfernen: In der Regel wird der Zugriff verweigert, weil der Eintrag in der Registrierungsdatei („reg.edit“) sämtlicher Ausführungsprogramme nicht ohne weiteres mit gelöscht werden kann. Bei unbemerkt eingeschlichenen Dialern ist dies oft der einzige Weg, den teuren Selbstwähler wieder zu entfernen. Diese Selbstwähl-Programme haben die unangenehme Eigenschaft, nicht den direkten, sondern einen Umweg für den Wählvorgang zu nehmen. Das Durchforsten der Registrierungsdatei nach solchen Einträgen sollte der Arzt, wenn er nicht selbst Computerfreak ist, den Experten überlassen.

Verfolger abhängen
Wer im Internet surft, hinterlässt in seinem Computer gegebenenfalls Spuren, die es Dritten ermöglichen, in den Rechner einzudringen. Über den Internet-Zugang können diese während des Internet-Besuchs „Trojaner“ einschleppen und sich die Herrschaft über den Computer sichern. So lässt sich der Rechner nutzen, um beispielsweise von dort aus ungebetene E-Mail-Massensendungen auf Kosten des Besitzers zu versenden, um neue Würmer und Viren zu verbreiten oder um ihn als Spionage-Rechner zum Ausspähen größerer Rechner auf verwertbare Daten (persönliche Daten/Adressen) zu nutzen.
Surfer sollten deshalb unmittelbar nach Surfschluss ihre Spuren beseitigen. Dazu ist es erforderlich, in den „Internet-Optionen“ des Browsers sämtliche temporären Internet-Dateien zu entfernen, indem man „Cookies löschen“, „Dateien löschen“ und „Verlauf leeren“ markiert. Das verhindert die Spurensuche und spart außerdem Platz auf der Festplatte.
Wer das nicht von Hand tun will oder nicht sicher ist, ob er damit tatsächlich alle Spuren beseitigt hat, kann sich automatisierter Programme bedienen, die als Freeware oder Shareware zur Verfügung stehen (Kosten: circa 20 Euro für Shareware). „traxex22.exe“ ist ein solches Programm, das beim Windows-Start und beim Herunterfahren sämtliche Spuren einer Online-Sitzung vom Cache über ULR-Listen bis zu den Cookies vernichtet. Das Programm „cookiekill13.zip“ beseitigt Cookies im temporären Internet-Verzeichnis. Durch die Installation von Programmen wie „Steganos Internet anonym Pro“ bleibt das Surfen im Internet anonym. Sollten sich schon unerkannt Spionage-Dateien auf dem Rechner befinden, lassen sich diese beispielsweise mit „aaw6.exe“ von Ad-aware Personal Edition (Kasten) aufspüren und löschen. Es lohnt sich, regelmäßig im Microsoft-Downloadcenter unter www.microsoft.com/mbsa oder www.microsoft.de (Rubrik „Windows Sicherheit & Updates“) zu überprüfen, ob dort aktuelle Patches bereitstehen. Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft, Bonn, bietet außerdem einen ständig aktualisierten Pannenhelfer einschließlich Tools auf CD-ROM an, der bei der Fehlersuche und -beseitigung hilfreich ist und nach Abstürzen das System wieder stabilisiert.

Kein Arzt sollte sich der trügerischen Sicherheit hingeben: Mir passiert schon nichts. Gerade Praxisrechner mit hoch sensiblen Patientendaten sind besonders zu schützen. Für die Sicherheit dieser Daten ist der Arzt persönlich verantwortlich und gegebenenfalls auch haftbar. Deshalb sollte er auf Sicherheit besonderen Wert legen.

Hilfsprogramme aus dem Internet

Wurmaufspürer/-entferner:
Datei: stinger.exe von McAfee Avert Stinger 2.0.0
Datei: fixblast.exe; fxnovarg.exe von Symantec

Schutz im Internet:
Datei: traxex22.exe, beseitigt Internet-Spuren automatisch
Datei: cookiekill13.zip, beseitigt Cookies

Microsoft Sicherheits-Check:
Datei: MBSASetup-de.msi
Internet: www.microsoft.com; www.microsoft.de; prüft das System auf Sicherheitslücken

Microsoft Patches (Sicherheitupdates):
Internet: www.microsoft.com; www.microsoft.de
Sicherheitsupdates für Windows XP lauten:
WindowsXPKB . . .(6-stellige Zahl)-x86-DEU.exe

Aufspüren/Vernichten von Spionagedateien:
Datei: aaw6.exe von Ad-aware Personal Edition 6.0.181

Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 19 vom 07.05.2004, Seite [6] SUPPLEMENT: Praxis Computer

 

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